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Kursnummer: C55013S

Info: Dass Johann Wolfgang von Goethe ein „Universalgenie“ war, der sich für alles interessierte, was es zu wissen gab, haben wir schon in der Schule gelernt. Weniger bekannt ist, dass er Zeit seines Lebens eine starke persönliche Affinität zum Orient im allgemeinen und zu einigen Grundgedanken des Islam im Besonderen hatte.
In der „Sturm und Drang“-Phase seiner jungen Jahre wollte er ein „Mahomet“-Drama schreiben, da ihn die historische Figur des Religionsstifters Mohammed ebenso faszinierte wie die mythologische des Prometheus. Aus diesem Fragment ist die Hymne „Mahomets Gesang“ in sein Werk eingegangen. Die arabische Sprache liebte er als von ihrem Wesen her viel poetischer als die deutsche, in arabischer Kalligrafie übte er sich. Der Gedanke der „Ergebung“ in den Willen Gottes war für ihn nahe mit seiner eigenen Grundidee der „Entsagung“ verwandt, die sein Werk mit zunehmender Dauer immer stärker durchzieht.
Die Krönung von Goethes Bestrebungen, Orient und Okzident zusammenzubringen, ist seine späte Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“, angeregt durch das Werk des alt-persischen Dichters Hafis, mit dem Goethe sich geistesverwandt empfand. In einer schriftlichen Ankündigung dieses Werkes aus Goethes Feder heißt es gar, er lehne „den Verdacht nicht ab, dass er selbst ein Muselmann sey“.
Natürlich ist das seitens unseres Dichterfürsten, der sich zu keiner Religion wirklich bekannte und seine Vorstellung vom „Orient“ auch die altjüdische Tradition der 5 Bücher Mose einbezieht, eine sehr persönliche Rezeption des Islam, den er in ganz eigener Weise heroisiert und poetisiert. Dennoch ist es, angesichts der gegenwärtigen politischen und kulturellen Debatten, nicht uninteressant zu sehen, wie die Frage nach einem „deutschen Islam“ von Goethe für sich gelöst wurde.

Kosten: 0,00 €

Max. Teilnehmeranzahl: 30

Zielgruppe: Erwachsene allgemein

Anmeldebedingungen: Anmeldung nicht erforderlich!

Anmeldeschluss: 05.11.2018

Veranstaltungstag(e): Donnerstag

Dauer: 1 Termin


Datum Zeit Straße Ort
08.11.2018 19:00 - 20:30 Uhr   Su.-Ro., Begegnungs- und Erinnerungsstätte ehem. Synagoge

 

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November 2018