Kultur / Kursdetails

D42000S Die Geschichte der Amberger Judengemeinden Vortrag

Beginn Mi., 22.05.2019, 19:00 - 20:30 Uhr
Kursgebühr 0,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Dieter Dörner

Eigentlich waren es vier Gemeinden, welche die Stadt beherbergte: eine mittelalterliche, eine nach der Gleichstellung der Juden mit den Nichtjuden 1861, eine Nachkriegsgemeinde und die heutige "Kehille". Vertrieben wurden die ersten Juden aus der Oberen Pfalz und der Pfalz am Rhein 1391 auf Weisung des Pfalzgrafen auf ewig. Offiziell hielt dieses Verbot bis zur Gleichstellung der Juden mit den Nichtjuden in Bayern 1861. Mit der Aufhebung des sog. Matrikelparagraphen ging eine riesige Veränderung im bayerischen Judentum einher: Aus Landjuden wurden Stadtjuden, aus Hausierern, Bettlern und Pfandleihern wurden Rechtsanwälte, Journalisten, Ärzte, aus orthodoxen Juden liberale. So wie die Juden sukzessive aus Sulzbach abwanderten, wuchs die Amberger Gemeinde, erreichte jedoch nie die Größe und Bedeutung der Nachbargemeinde Sulzbach. Wie in allen Gemeinden Deutschlands kam im Dritten Reich der Niedergang, die Pogromnacht, die Deportation. Von den 1933 in Amberg sesshaften 83 Juden überlebten 30 das tragische Geschehen nicht. Sehr schnell ging es nach dem Krieg mit den sog. Displaced Persons (DPs) aufwärts. Die Amberger Synagoge war 1945 die erste in Bayern, die wieder für Gottesdienste genutzt wurde. 500 Juden konnten bis 1950 in Amberg nachgewiesen werden. Doch mit Öffnung der Grenzen der USA und Palästinas kam der erneute Niedergang, die meisten der DPs wanderten aus. Mit der Wende 1989 durften die den GUS-Staaten lebenden Juden ihr Land verlassen. Viele gingen nach Deutschland. Dies bedeutet eine Wiederbelebung der Gemeinden. So hat die Amberger Kehille heute 125 Mitglieder. Der Vortrag in der Synagoge beinhaltet die Geschichte der Amberger Juden über die vorstehend erwähnten Zeiträume. Herren kommen bitte mit Kopfbedeckung.




Kursort




Termine

Datum
22.05.2019
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Amberg, Synagoge, Salzgasse 5